Mit Meditation zur Ruhe kommen: Buddhas Weg aus dem Stress
- Danielle Wipper
- 27. Okt. 2024
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 19. Juni

Als ich vor ein paar Jahren anfing, mich mit Meditation zu beschäftigen, wusste ich nicht viel darüber – nur, dass ich mich nach einem Ort innerer Ruhe sehnte. Meditation verspricht diesen Ort zu offenbaren – nicht irgendwo da draußen, sondern tief in uns selbst. Bei meiner Suche stieß ich auf den Buddhismus, dessen Lehren von Achtsamkeit, Mitgefühl und der Kunst des Loslassens mir einen neuen Weg eröffneten. Der Buddhismus bietet eine tiefgehende Philosophie, die darauf abzielt, Leid zu überwinden, indem man die Natur der Dinge versteht. Für mich bedeutete das, meine täglichen Gewohnheiten zu hinterfragen und schrittweise nach diesen Prinzipien zu leben.
Meditation ist dabei ein zentrales Element, das in vielen buddhistischen Traditionen als „Königsweg“ zur Befreiung vom Leiden gilt. Der Buddhismus lehrt, dass jeder Gedanke und jede Handlung Auswirkungen auf unser Wohlbefinden hat, und durch regelmäßige Meditationspraxis wird man achtsamer für die eigene geistige Verfassung. Doch was viele nicht wissen: Die Praxis, die heute in Apps, Yogastudios und Achtsamkeitstrainings angeboten wird, geht auf eine Jahrtausende alte Tradition zurück. Dieser Artikel führt dich in die Tiefe seiner Lehren, erklärt die Praxis aus buddhistischer Sicht und zeigt, wie du Meditation nicht nur als Technik, sondern als „Weg zur Befreiung“ verstehen kannst.
Wer war Buddha?
Buddha – wörtlich „der Erwachte“ – war ein Mensch. Geboren als Siddhartha Gautama in Nordindien vor etwa 2.500 Jahren, wuchs er als Prinz in wohlhabenden Verhältnissen auf. Doch trotz aller Annehmlichkeiten erlebte er tiefen inneren Zweifel.
Als er das Leiden der Welt – Alter, Krankheit, Tod – mit eigenen Augen sah, veränderte sich alles. Er verließ den Palast, gab Status und Familie auf, und machte sich auf die Suche nach einem Ausweg aus dem Leiden. Nach Jahren der Askese und inneren Schulung erlangte er unter einem Bodhi-Baum (Affiliate link) die Erleuchtung: die Einsicht in die wahre Natur der Wirklichkeit.
Zentrales Werkzeug auf diesem Weg war die Meditation.
Die Bedeutung von Meditation im Buddhismus
Für Buddha war Meditation kein Mittel zur Entspannung – sie war eine Methode zur geistigen Reinigung. Sie hilft, die wahren Ursachen des Leidens zu erkennen: Gier, Hass und Verblendung. Meditation bringt Klarheit, Mitgefühl und Erkenntnis hervor.
Der Buddha lehrte, dass der Geist wie ein wildes Tier sei – unruhig, flatterhaft, anhaftend. Meditation ist der Weg, ihn zu beruhigen und zu durchdringen.
Die zwei Hauptformen der Meditation
Samatha (Beruhigung): Ziel ist die Sammlung des Geistes. Man fokussiert sich auf ein Objekt (meist der Atem), um innere Ruhe und Konzentration zu entwickeln.
Vipassana (Einsicht): Hier geht es um das direkte Erkennen der Wirklichkeit, wie sie ist. Der Praktizierende beobachtet alle körperlichen und geistigen Phänomene, um deren Vergänglichkeit, Leidhaftigkeit und Nicht-Selbst zu durchdringen.
Diese beiden Wege ergänzen sich und sind fester Bestandteil des Pfades zur Befreiung.
Satipatthāna: Die vier Grundlagen der Achtsamkeit
In der Satipatthāna-Sutta beschreibt Buddha die vier Felder, auf die sich die Achtsamkeit richten soll:
Körper (z. B. Atem, Haltung, Bewegung)
Gefühle (angenehm, unangenehm, neutral)
Geist (z. B. Konzentration, Zerstreuung, Gier)
Dhammas (geistige Muster, z. B. Hindernisse, Wahrheiten)
Diese Achtsamkeit ist kein passives Beobachten, sondern ein klares, nicht-wertendes Gewahrsein, das Einsicht ermöglicht.
Meditation und Stress – moderner Kontext, alte Weisheit
Heute sprechen wir oft von Stress, Überforderung oder Burnout. Buddha nannte das Dukkha: grundlegende Unzufriedenheit, Spannungen, Leiden. Meditation im buddhistischen Sinn begegnet nicht nur den Symptomen – sie geht zur Wurzel.
Durch das stille Sitzen, das bewusste Atmen und das Annehmen des gegenwärtigen Moments entsteht ein Raum, in dem der Geist heilen kann.
Ein unruhiger Geist springt wie ein Affe von Ast zu Ast. Meditation lehrt uns, ihn still werden zu lassen.
Warum solltest du beginnen?
Vielleicht fragst du dich, ob Meditation überhaupt etwas für dich ist. Die Wahrheit ist, dass du nichts zu verlieren hast. Selbst wenn du nur wenige Minuten am Tag investierst, wirst du feststellen, dass Meditation nicht nur eine Technik ist, sondern eine Lebenseinstellung. Es geht darum, in der hektischen Welt Momente der Stille zu finden. Diese kleinen Momente können dir helfen, wieder zu dir selbst zu finden und Klarheit in deinem Alltag zu schaffen. Die Anleitungen in Kornfields Buch sind einfach zu folgen und für Anfänger perfekt geeignet. Die geführten Meditationen geben dir praktische Schritte an die Hand, um das Gelernte sofort in deinem Alltag anzuwenden. (Affiliate link)
Praxis: Eine einfache Atemmeditation (10 Minuten)
Setze dich bequem hin, Wirbelsäule aufrecht, Schultern entspannt.
Schließe sanft die Augen.
Richte die Aufmerksamkeit auf den Atem – dort, wo du ihn am deutlichsten spürst (z. B. Nasenspitze, Bauch).
Zähle: Einatmen (1), Ausatmen (2) – bis 10. Dann wieder von vorn.
Wenn Gedanken auftauchen: bemerken, loslassen, zum Atem zurückkehren.
Nach 10 Minuten: Lächle dir innerlich zu. Du hast geübt.
Buddhistische Empfehlungen für den Alltag
Richte deine Aufmerksamkeit beim Gehen bewusst auf jeden Schritt.
Achte beim Essen auf Geschmack, Temperatur, Kauen.
Lege bewusste Handy-Pausen ein und beobachte, was in dir passiert.
Nimm Emotionen wahr wie Wolken am Himmel: Sie kommen und gehen.
So wird Meditation zur Lebenspraxis – nicht nur zur Sitzübung.
Hilfsmittel für deine Praxis
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Ein persönlicher Tipp
Als ich anfing, habe ich zunächst nur die kurzen Meditationen auf der CD von Jack Kornfields (Affiliate link) ausprobiert – ein paar Minuten am Morgen, bevor der Trubel des Tages losging. Es war, als würde ich eine Art Reset-Knopf drücken, bevor die Hektik begann. Es dauerte nicht lange, bis ich merkte, dass ich auch in stressigen Situationen ruhiger und gelassener bleiben konnte. Dieses Gefühl der Kontrolle über meine eigenen Reaktionen war etwas, das ich lange nicht mehr gespürt hatte.
Wenn wir still sitzen und atmen, beginnt der Geist, sich selbst zu erkennen.
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